Als erste Pflegeeinrichtung der AWO Pflege Schleswig-Holstein hat jetzt die WOHNPflege Sandberg in Flensburg einen CO₂-Fußabdruck für das Jahr 2017 von Viabono erhalten. Der Wert für die gesamten Emissionen der Einrichtung für das Jahr 2017 beträgt demnach 632,64 Tonnen CO₂, das macht 7,677 Tonnen pro Bewohner*in. Im Vergleich mit anderer Pflegeeinrichtung liegt die WOHNPflege in Flensburg so mit der Klimaeffizienzklasse „C“ im guten Mittelfeld zwischen A (klimafreundlich) bis F (klimaschädlich). „Wir freuen uns natürlich, dass wir im oberen Mittelfeld liegen. Durch die Teilnahme an dem Projekt „Klimafreundlich pflegen“ wollen wir neue Wege ergründen, um unser Ergebnis in der CO₂-Bilanz weiter zu verbessern“, sagt Gesamtleiter der Flensburger Servicehäuser Rainer Mühe.

Klimaschutz aktiv umsetzen und Verantwortung wahrnehmen
Das Viabono-Zertifikat konzentrierte sich bei der Feststellung der CO₂-Emissionen auf sechs ausgewählte Kernbereiche: Mobilität, Strom, Heizung, Verpflegung, Reinigung und Wäsche und sonstiges. Die WOHNPflege Sandberg bietet 84 Plätze für Pflegebedürftige. Die Verpflegung sorgte mit 56 Prozent im Schnitt für den größten Anteil an CO₂-Emissionen, der geringste entstand bei der Reinigung und Wäsche mit 2 Prozent. Den Rest machten Heizung (21 Prozent), Strom (14 Prozent), Mobilität (4 Prozent) sowie sonstiges (2 Prozent) aus. Für eine weitere Verbesserung der CO₂-Bilanz gab es unterschiedliche Empfehlungen von Viabono. So könne die Umstellung auf Ökostrom oder die Veränderung der Verpflegung auf fleischreduzierte Ernährung und Bio-Produkte die CO₂-Bilanz maßgeblich verringern.
AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck sagt: „Der Klimawandel zeigt uns, dass soziale und ökologische Fragen eng miteinander verwoben sind. Aus dem Wertebekenntnis der AWO Pflege Schleswig-Holstein leitet sich eine entsprechende Verantwortung ab, den Klimaschutz in unseren Pflegeeinrichtungen ernst zu nehmen und aktiv umzusetzen.“

Hintergrund
Über einen Zeitraum von drei Jahren unterstützen Referenten des AWO-Bundesverbandes die einzelnen Klimaschutzteams bei der Umsetzung. Neben Neumünster sind die zusätzlichen Projektstandorte das AWO Servicehaus Norderstedt, das AWO Wohn-und Servicezentrum Tornesch und das AWO Servicehaus Sandberg in Flensburg.
Für jede Einrichtung wird ein CO₂—Fußabdruck erstellt, welcher gemeinsam mit den Klimaschutzteams in Workshops innerhalb der Einrichtungen ausgewertet wird. Auf dieser Basis wird schließlich ein Klimaschutzplan mit konkreten Maßnahmen zur Reduzierung des CO₂-Ausstoßes in den jeweiligen Einrichtungen aufgestellt. Verantwortlichkeiten und Zeiträume für die Umsetzung sind ebenfalls im Klimaschutzplan geregelt.
Zudem werden eine Vernetzung und der Austausch zum Thema Klimaschutz gefördert und Unterstützungsstrukturen aufgebaut. Der Klimaschutzplan wird fortgeschrieben und künftig ein fester Bestandteil der täglichen Arbeit in der Pflege werden. Regionale Netzwerktreffen mit anderen Einrichtungen fördern den Erfahrungsaustausch. Die Workshops vor Ort laufen bis zum Sommer 2019. Für das Jahr 2020 wird die Auswertung erwartet. Der AWO Bundesverband bietet zusätzlich die notwendigen zentralen Strukturen, wie eine eigene Projekthomepage und eine CO₂- Datenbank an, die den Pflegeeinrichtungen ermöglicht, ihre Emissionen individuell auszuwerten.

Zu Viabono
Viabono wurde 2001 auf Initiative des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und des Umweltbundesamtes gegründet und wird heute vom Viabono Trägerverein e. V. getragen. Diesem gehören unter anderem der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), das Deutsche Jugendherbergswerk, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und der ADAC an.

IMG Klimafreundlich pflegen Flensburg

Foto: von links nach rechts: Frank Kallmeter (AWO Flensburg), Mona Leißling (AWO Flensburg), Holger Jaspersen (AWO Flensburg), Kerstin Sell-Mohrbach (AWO Flensburg), Rainer Mühe (Gesamtleiter Flensburger Servicehäuser), Thomas Diekamp (Referent für Klimaschutz, AWO Bundesverband), Klaus Schrader (Geschäftsführer, Klimapakt Flensburg), Martin Beer (Dipl. Wirtschaftsingenieur, Stadt Flensburg).