Die Servicehaus-Idee hat sich bewährt
AWO-Landesgeschäftsführer Michael Selck lobte die Entwicklung im Servicehaus Am Wohld. „Mitte der 80er Jahre war offensichtlich eine gute Zeit für die AWO Schleswig-Holstein, dies ist bereits die vierte 30-Jahr-Feier in einem Servicehaus in nur eineinhalb Jahren. Der 30. Geburtstag des Servicehauses Am Wohld beweist eines ganz sicher: Die Idee der AWO Servicehäuser hat sich bewährt und wird auch in Zukunft noch vielen Menschen ein Leben geprägt von Selbstbestimmtheit, Partizipation und Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen.“

Die erste Demenz-WG innerhalb der AWO
Am Wohld entstand im Jahr 1988 aus einem Rentnerwohnheim ein modernes Servicehaus und seit dem Jahr 2011 auch die erste AWO-Einrichtung mit einer Demenz-WG. Aus anfänglich vier Plätzen in der Kurzzeitpflege im Dezember 1988 ist heute eine Institution mit 70 Mieter*innen in den Wohnungen, 45 Gästen in der Tagespflege und 11 Bewohner*innen in der WOHNPflege geworden. Das Servicehaus ist über die Jahre immer weiter gewachsen. 1989 eröffnete die Tagespflege mit 15 Plätzen. Damals hatten sich bereits 20 Mieter*innen dem Servicehaus angeschlossen, der Höchststand wurde dann 2002 mit 52 Mieter*innen erreicht. „Das Servicehaus bildet zusammen mit der Kirchengemeinde und der evangelischen Kita das soziale Zentrum des Stadtteils Hasseldieksdamm. Die vielen engagierten Menschen, die Interesse an dem Servicehaus haben, bereichern das Leben hier. Gemeinsam sorgen wir für viele schöne Aktivitäten“, sagt Uwe Schneider, Einrichtungsleiter des AWO Servicehauses Am Wohld.

Selbstbestimmt bis zum Lebensende
Nachdem sich die Bauarbeiten zur Modernisierung verzögert hatten, entstanden schließlich im Jahr 1999 47 modernisierte und behindertengerechte Wohnungen. Ein neuer Anbau im Jahr 2001 sorgte für zehn weitere Wohnungen. Und schließlich konnte, dank der Zusammenarbeit mit der Claus-Harms-Gemeinde und Frank Heimbau, ab dem Jahr 2008 ein neues Gebäude mit 22 Plätzen für die Tagespflege und einer 360 Quadratmeter-Wohnung für die Wohngemeinschaft entstehen. Seit dem Jahr 2011 wohnen dort neun Personen, die ambulant betreut werden und gemeinsam leben. Diese Demenz-WG bleibt eine Besonderheit. Als erste innerhalb der AWO nimmt sie eine Vorreiterrolle ein: „In diesem Jahr haben wir den Vertrag für eine zweite Demenz-WG in Flensburg unterzeichnet“, sagt Michael Selck.

Bis ins hohe Alter können die Mieter*innen im AWO Servicehaus Am Wohld ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden führen. Gleichzeitig bietet das AWO-Servicehaus 24 Stunden täglich Hilfe sowie Betreuung in Notsituationen an und sorgt für die Sicherheit der Bewohner. „Durch das Wohnen in der Gruppe bieten wir ein Leben in der Gemeinschaft, aber gleichzeitig auch Raum für Rückzug und Ruhe in den eigenen vier Wänden an. Ziel unserer Servicehäuser ist es, die Lebensqualität der Menschen zu sichern – hier Am Wohld gelingt das seit 30 Jahren sehr gut“, sagt die Gesamtleiterin der Kieler Servicehäuser, Birgit H.E. Walkenhorst.

30 Jahre AWO Servicehaus Am Wohld

von rechts: Birgit H.E. Walkenhorst (Gesamtleiterin der Kieler Servicehäuser), Pastor Thomas Lemke (Claus-Harms-Gemeinde), Uwe Schneider (Einrichtungsleiter), Michael Selck (AWO-Landesgeschäftsführer), Gerwin Stöcken (Stadtrat Kiel), Johannes Grützner (Runder Tisch Hasseldieksdamm) und Eberhard Stein (Ortsbeirat Schreventeich/Hasseldieksdamm).