Die Suchtkrankheit der Eltern wird damit zu einer Familienkrankheit. Unser Ziel muss es sein, die mit der Krankheit ihrer Eltern verbundenen Risiken für diese Kinder so weit wie möglich zu reduzieren. Gesetze allein reichen dafür nicht aus, denn Kinder aus suchtbelasteten Familien sind sehr schwer zu erreichen.

Diese Kinder benötigen viel mehr politische und gesellschaftliche Unterstützung. Aufklärungsarbeit in Familie, Kita, Schule und Gesellschaft sind daher von enormer Bedeutung. So müssen alle Erzieher und Lehrer wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie familiäre Suchtprobleme bemerken und Unterstützung und Beratung vonnöten sind. Auch die Schulsozialarbeit übernimmt hier eine verantwortungsvolle Rolle, die es zu stärken gilt. Darüber hinaus müssen Beratungsstellen sowie Projekte zur gezielten Suchtaufklärung verstärkt genutzt und unterstützt werden.

Ein weiterer wichtiger Aspekt sind Präventionsmaßnahmen. Suchtprävention sollte so früh wie möglich beginnen. Sie muss dort ansetzen, wo Kinder und Jugendliche anzutreffen sind. Zudem ist es wichtig, dass Suchtberater eine familienorientierte Perspektive einnehmen, wenn Eltern zu ihnen in die Suchtberatung kommen.

Die Abhängigkeit von Drogen, Tabletten und Alkohol muss enttabuisiert und als Erkrankung wahrgenommen werden. Unsere Aufgabe ist es, dafür Sorge zu tragen, dass Kinder suchtkranker Eltern in Kita und Schule ein verlässliches und unterstützungsbereites Umfeld bekommen. Dafür sind klare Ansprechpartner in den Kommunen notwendig. Aber auch auf Bundesebene muss die Zusammenarbeit von beispielsweise Jugend- und Suchthilfehilfe und öffentlichem Gesundheitsdienst weiter ausgebaut werden."
 
Die Arbeiterwohlfahrt gehört zu den sechs Spitzenverbänden der Freien Wohlfahrtspflege und wird bundesweit von über 335.000 Mitgliedern,
66.000 ehrenamtlich engagierten Helferinnen und Helfern sowie 215.000 hauptamtlichen Mitarbeiter*innen getragen.

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