Wer an Kinder- und Jugendbegegnungen teilnimmt, erlebt ganz unmittelbar, dass Kommunikation über Sprachbarrieren hinweg möglich ist. „Junge Menschen erweitern im Jugendaustausch ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen und damit auch ihre Handlungsspielräume. Sie erleben, dass kulturelle Vielfalt sie bereichert und nicht bedroht. Genau diese Erfahrungen und Kompetenzen werden heute in einem geeinten Europa gebraucht. Daher muss es allen jungen Menschen ermöglicht werden, solche Erfahrungen machen zu können“, fordert Wolfang Stadler. Dabei entstandene neue Freundschaften ermutigen die jungen Menschen, über den eigenen Tellerrand zu schauen und sich neuen Sichtweisen zu öffnen. Diese Erfahrungen prägen die Kinder und Jugendlichen nachhaltig und wirken sich positiv auf deren Persönlichkeitsentwicklung aus. Studien belegen, dass die Teilnahme an einer Begegnung die Selbstsicherheit und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärkt ebenso wie einen offenen und flexiblen Umgang mit unbekannten Situationen.

„Angesichts aktueller Entwicklungen in der EU müssen wir den europakritischen Tendenzen etwas entgegensetzen. Wollen wir den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Europa erhalten, müssen gerade die jüngeren Generationen erfahren, dass europäische Werte wie Demokratie, Freiheit und Solidarität keine leeren Worthülsen, sondern der Garant für ein friedliches Zusammenleben in Europa sind. Die internationale Jugendarbeit bietet hierfür den besten Rahmen“, ist Wolfgang Stadler überzeugt. Der internationale Jugendaustausch hat in der AWO eine lange Tradition und stand in der Nachkriegszeit ganz im Zeichen der deutsch-französischen Völkerverständigung. Bis heute arbeitet die AWO eng mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) und Jugendverbänden aus Frankreich wie Les Francas und La Ligue de l’enseignement zusammen. Weitere Partnerschaften mit Vereinen aus anderen europäischen Ländern wie etwa Polen und Tschechien sind hinzugekommen.