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AWO fordert mehr und bessere Kinderbetreuungsangebote

Drei Jahre Rechtsanspruch: Betreuungsausbau verliert an Fahrt

Berlin, 21. Juli 2016. Heute legte das Statistische Bundesamt Zahlen zur Betreuung von Kindern unter drei Jahren vor. Demnach ist die Anzahl der betreuten Kinder unter drei Jahren in der Kindertagesbetreuung um 3,7 Prozent gestiegen. „Seit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz im Jahr 2013 ist viel erreicht worden“, kommentiert der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler die Zahlen. Doch über zwei Fakten, kann der Betreuungsausbau nicht hinwegtäuschen: Es fehlen nach wie vor Kitaplätze und die Kita-Öffnungszeiten müssen verbessert werden. „Eine Kinderbetreuung muss qualitativ gut sein, wohnortnah und über Öffnungszeiten verfügen, die Eltern eine reguläre Beschäftigung ermöglichen“, fasst Stadler die wichtigsten Forderungen der AWO in Sachen Kinderbetreuung zusammen.

Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verliert der Betreuungsausbau an Fahrt. „Bei allem berechtigten Stolz auf das bisher Erreichte, darf in den Anstrengungen für eine bessere quantitative und qualitative Betreuungsinfrastruktur nicht nachgelassen werden“, betont der AWO Bundesvorsitzende und ergänzt: „In den Großstädten sind die Wartelisten in Kitas noch immer viel zu lang. Der Anstieg der Betreuungszahlen spiegelt nicht die reale Nachfrage der Eltern wider.“

Die AWO ist von der Notwendigkeit einer regelhaften Beteiligung des Bundes sowohl an den Betreuungsausbaukosten als auch an den laufenden Kitakosten überzeugt. Zwar habe der Bund für 2017 ein viertes Investitionsprogramm angekündigt, dieses löse aber nicht das Problem der dauerhaft zu tragenden Betriebs- und Personalkosten. Hier sind derzeit insbesondere die Kommunen, aber auch die Eltern und die Träger weitgehend auf sich gestellt. „Gerade wenn es um die Herstellung von Chancengleichheit geht, darf die Nutzung des Bildungsangebotes von Kitas und Kindertagespflege nicht von Herkunft, Wohnort oder Geldbeutel der Eltern abhängen“, betont Stadler abschließend. Schließlich werden in den ersten Lebensjahren die Grundlagen für die sozial-emotionale, körperliche und kognitive Entwicklung von Kindern gelegt. Der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, die die Grundlage für gerechtere Bildungschancen, kindliches Wohlbefinden und soziale Gerechtigkeit sind.

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