Nach den aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes verliert der Betreuungsausbau an Fahrt. „Bei allem berechtigten Stolz auf das bisher Erreichte, darf in den Anstrengungen für eine bessere quantitative und qualitative Betreuungsinfrastruktur nicht nachgelassen werden“, betont der AWO Bundesvorsitzende und ergänzt: „In den Großstädten sind die Wartelisten in Kitas noch immer viel zu lang. Der Anstieg der Betreuungszahlen spiegelt nicht die reale Nachfrage der Eltern wider.“

Die AWO ist von der Notwendigkeit einer regelhaften Beteiligung des Bundes sowohl an den Betreuungsausbaukosten als auch an den laufenden Kitakosten überzeugt. Zwar habe der Bund für 2017 ein viertes Investitionsprogramm angekündigt, dieses löse aber nicht das Problem der dauerhaft zu tragenden Betriebs- und Personalkosten. Hier sind derzeit insbesondere die Kommunen, aber auch die Eltern und die Träger weitgehend auf sich gestellt. „Gerade wenn es um die Herstellung von Chancengleichheit geht, darf die Nutzung des Bildungsangebotes von Kitas und Kindertagespflege nicht von Herkunft, Wohnort oder Geldbeutel der Eltern abhängen“, betont Stadler abschließend. Schließlich werden in den ersten Lebensjahren die Grundlagen für die sozial-emotionale, körperliche und kognitive Entwicklung von Kindern gelegt. Der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, die die Grundlage für gerechtere Bildungschancen, kindliches Wohlbefinden und soziale Gerechtigkeit sind.