Eine wohnortnahe und qualitativ gute Kinderbetreuung ist die wichtigste  Voraussetzung dafür, dass Eltern für ein ausreichendes Familieneinkommen sorgen oder aber notwendige Qualifizierung- oder Weiterbildungsangebote wahrnehmen können. So wurde ursprünglich im Koalitionsvertrag festgehalten, dass in der Grundsicherung für Arbeitsuchende ein besonderer Fokus auf die Situation Alleinerziehender gelegt werden solle. Passiert ist seitdem wenig. Im Gegenteil konnte kürzlich nur mit Mühe eine nachteilige Neuregelung des Umgangsrechts getrennt lebender Eltern verhindert werden.

Wie jüngst veröffentliche Zahlen zeigen, lebt inzwischen knapp jede fünfte Familie in Deutschland als sog. Ein-Eltern-Familie mit minderjährigen Kindern. Trennungen sind häufig mit finanziellen Schwierigkeiten verbunden. Hinzutreten vielfach ausbleibende Unterhaltszahlungen des nicht betreuenden Elternteils, die die wachsende finanzielle Not in Trennungsfamilien noch verschärfen. Umso wichtiger ist es, ein einheitliches, nachvollziehbar und bedarfsgerecht berechnetes Existenzminimum für Kinder umzusetzen. "Wir müssen die Realität anerkennen und dürfen vor der Lebenssituation Alleinerziehender nicht die Augen verschließen. Wir brauchen eine moderne Familienpolitik", erklärt der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler abschließend.

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