Tatsächlich kann sich in Baden-Württemberg eine Erzieherin um drei Kinder unter drei Jahren kümmern, während in Sachsen eine Erzieherin bei rein rechnerisch 6,4 Kindern eine gute Betreuung leisten können muss. Bei den über Dreijährigen schwankt dieses Verhältnis zwischen 1: 7,3 (Baden Württemberg) und 1: 14,1 (Mecklenburg Vorpommern). In der Realität ist das Verhältnis überall schlechter,  denn die genannten Zahlen geben lediglich den theoretischen Personalschlüssel wieder. Bei der Fachkraft-Kind-Relation, also dem tatsächlich vorfindbaren Verhältnis in der Gruppe (nach Abzug der Vor- und Nachbereitungszeit, Urlaub, Krankheit) ist eine Erzieherin für sehr viel mehr Kinder zuständig.

AWO, Caritas und GEW fordern deshalb gemeinsam ein Bundesqualitätsgesetz in dem gute strukturelle Rahmenbedingungen für die pädagogische Arbeit festgeschrieben sind. Gemäß dessen sollte die Fachkraft-Kind-Relation bei den über Dreijährigen maximal bei 1: 8 liegen. Und damit ist nur ein Faktor benannt. Leitungsfreistellung, Fachberatung, Fort- und Weiterbildung sind weitere wichtige Regelungsbereiche. Im November wird eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe die Ergebnisse ihrer zweijährigen Beratungen zum Thema Kita-Qualität vorlegen. "Die Kinder verbringen heutzutage nicht selten fünf Jahre in der Kita. Für diese lange Zeit sollten wir ihre Betreuungsqualität nicht Länderfinanzen überlassen, sondern mit einem Bundesgesetz einheitlich sicherstellen", betont der AWO Bundesvorsitzende abschließend.

zurück